Epidemiologie: Leiomyosarkome sind seltene Krebserkrankungen. Weichteilleiomyosarkome machen schätzungsweise 10–20% aller Weichteilsarkome aus; uterine Leiomyosarkome tragen zur Gruppe der Sarkome des Uterus bei und machen einen Anteil an den uterinen Tumoren aus. Das Erkrankungsalter liegt überwiegend im Erwachsenenalter, häufig in den 50er- bis 70er-Jahren; uterusbezogene LMS treten vor allem bei postmenopausalen Frauen auf.
Pathologie und Diagnose: Histologisch bestehen die Tumoren aus Spindelförmigen Zellen in sich verschränkten Bündeln; erhöhter Mitotischer Aktivität, Nekrosen und variabler Differenzierung. Immunhistochemisch zeigen sie typischerweise Positivität für Desmin, glatte Muskel-Aktin (SMA) und h-caldesmon; negatives CD34, S-100. Die Diagnose erfordert Gewebeprobe (Biopsie oder Resektion) und Bildgebung (MRI/CT) zur Beurteilung von Ausdehnung und metastatischen Fernbefunden. Die Unterscheidung von gutartigen Leiomyomen ist entscheidend.
Therapie: Die primäre Behandlung ist die vollständige chirurgische Resektion mit negativem Randstatus. Bei uterinem LMS ist in der Regel die Hysterektomie mit Entfernung der Adnexe Standard; bei Weichteil-LMS gelten breit ausgefräste Resektionen. Die adjuvante Radiotherapie kann in bestimmten Situationen das lokale Wiederauftreten verringern; der Nutzen ist je nach Lokalisation begrenzt. Systemische Therapien kommen bei fortgeschrittenem oder metastasiertem LMS zum Einsatz: Anthrazykline (Doxorubicin) mit oder ohne Ifosfamid; Gemcitabin/Docetaxel als Alternative; angiogenetische Zieltherapien wie Pazopanib werden bei fortgeschrittenem Weichteilsarkom eingesetzt.
Prognose und Nachsorge: Die Prognose hängt stark vom Ort, Stadium und der Resektionsqualität ab. Weichteil-LMS weisen insgesamt eine mittlere bis schlechte Prognose auf; die 5-Jahres-Überlebensrate liegt grob bei 40–50%, uterine LMS neigt zu häufigeren Rezidiven. Nachsorge umfasst regelmäßige Untersuchungen und Bildgebung in den ersten Jahren.