Sekundäranalyse
Sekundäranalyse bezeichnet die erneute Auswertung von Daten, die ursprünglich für andere Forschungsfragen erhoben wurden. Sie umfasst die Analyse von Rohdaten aus bestehenden Datensätzen sowie die Synthese bereits veröffentlichter Ergebnisse. Im Unterschied zur Primäranalyse werden die Daten nicht primär zu dem neuen Forschungsziel erhoben.
Zu den Formen gehört die erneute Analyse von Mikro- oder Makrodatensätzen, z. B. Befragungsdaten, Verwaltungsdaten oder
Typisches Vorgehen: Präzisierung der Forschungsfrage, Beschaffung und Prüfung der Verfügbarkeit der Daten, Datenaufbereitung, Qualitäts- und Biasbewertung,
Vorteile: geringere Kosten und schnellerer Zugang zu großen Stichproben, längeren Zeitreihen und seltenen Variablen; ermöglicht neue
Nachteile: Daten passen ggf. nicht exakt zur Forschungsfrage; fehlen relevante Variablen; Messfehler, unterschiedliche Operationalisierung, Verzerrungen; Einschränkungen
Anwendungsfelder: Epidemiologie, Sozialwissenschaften, Wirtschaftsforschung, Bildungsforschung, Demografie.
Ethik und Recht: Umgang mit personenbezogenen Daten, Anonymisierung, Einwilligung, Datenzugangsbeschränkungen; Beachtung von Urheberrechten und Lizenzen; Transparenz