Liquiditätskrisen
Eine Liquiditätskrise bezeichnet eine Situation, in der ausreichende Liquidität in Märkten oder bei Finanzinstituten plötzlich knapp wird. Ziel der Krise ist die Zahlungsfähigkeit kurzfristiger Verpflichtungen, während die Bonität des Anleihe- oder Kreditportfolios zunächst nicht zwingend beeinträchtigt sein muss. Liquiditätskrisen betreffen sowohl Marktliquidität (die schnelle Veräußerung von Vermögenswerten zu fairen Preisen) als auch Funding-Liquidität (die Verfügbarkeit von Bargeld oder Refinanzierungsmitteln).
Ursachen sind vielfältig: Vertrauensverlust, erhöhte Risikoaversion, plötzliche Verschlechterung von Refinanzierungsbedingungen, Abflüsse von Einlagen oder Investoren, sowie
Folgen einer Liquiditätskrise können Zahlungsausfälle, Verzögerungen bei Verbindlichkeiten, eine Kreditklemme und Forderungsverkäufe (Fire Sales) sein. Auf
Gegenmaßnahmen zielen darauf ab, die Zahlungsfähigkeit wiederherzustellen: Zentralbanken und Regierungen können Lender-of-Last-Resort-Funktionen, temporäre Liquiditätshilfen oder Zinssenkungen
Historische Beispiele sind die globale Finanzkrise 2007–2009 und die Liquiditätsstressphasen im März 2020 infolge der COVID-19-Pandemie.