Bioelektrischen
Bioelektrizität bezeichnet elektrische Phänomene in lebenden Organismen. Sie entsteht primär durch Ionenbewegungen über Zellmembranen und durch neuronale bzw. muskuläre Aktivität. Das Ruhepotenzial einer Zelle ergibt sich aus Ungleichgewichten der Ionenkonzentrationen und der selektiven Permeabilität der Membran, wobei Natrium- und Kaliumpumpen (Na+/K+-ATPase) sowie verschiedene Ionenkanäle eine zentrale Rolle spielen. In Nervenzellen führt die Öffnung spannungsabhängiger Na+- und K+-Kanäle zu Aktionspotenzialen, die sich als elektrische Signale entlang Axonen ausbreiten und synaptisch weitergegeben werden. Muskelzellen nutzen ähnliche Mechanismen, um Kontraktionen zu steuern.
Bioelektrische Signale sind nicht auf das Nervensystem beschränkt; endogene elektrische Felder beeinflussen auch Entwicklung, Regeneration und
Die Bioelektrizität wird durch Mess- und Bildgebungsmethoden untersucht: intrazelluläre Aufnahmen oder Patch-Clamp-Techniken messen Membranströme; EEG und
Anwendungsfelder erstrecken sich von der klinischen Elektrophysiologie über Defibrillation, Herzschrittmacher und Neuromodulation (z. B. TMS, Tiefenhirnstimulation)