Selbstverortung
Selbstverortung bezeichnet in den Sozial- und Kulturwissenschaften einen reflexiven Prozess, bei dem Individuen ihre eigene Stellung in sozialen Räumen benennen, hinterfragen und beschreiben. Dazu gehört die Lokalisierung hinsichtlich Faktoren wie Klasse, Bildung, Geschlecht, Herkunft, Alter, Nationalität, Religion, Sprache, politischer Orientierung und räumlicher Zugehörigkeit sowie der damit verbundenen Machtverhältnisse. Ziel ist es, die Perspektiven, Erwartungen und Handlungen einer Person im Kontext ihrer sozialen Verhältnisse besser zu verstehen.
In Forschung und Praxis findet Selbstverortung Anwendung in Bereichen wie Bildungsforschung, Jugendarbeit, Gender- und Queer Studies,
Beispiele verdeutlichen die Bandbreite: Eine Schülerin mit Migrationshintergrund reflektiert, wie Sprach- und Kulturcodes den Schulalltag beeinflussen;