polycythämie
Polycythämie bezeichnet eine Erhöhung der roten Blutkörperchen, meist gemessen am erhöhten Hämatokrit oder der Gesamt-RBC-Masse. Man unterscheidet primäre Polycythämie (Polycythemia vera, PV), sekundäre Polycythämie und relative Polycythemie. PV ist eine myeloproliferative Neoplasie, häufig bedingt durch eine JAK2-V617F-Mutation (in selteneren Fällen JAK2-Exon-12-Mutation). Sekundäre Polycythämie entsteht durch erhöhte Erythropoetin-Produktion infolge chronischer Hypoxie (z. B. Lungenerkrankungen, Schlafapnoe, Höheneinfluss, Herzfehler) oder EPO-produzierender Tumoren. Relative Polycythämie ergibt sich aus Plasmavolumenmangel (Dehydration, Diuretika).
Pathophysiologisch führt die Zunahme der roten Blutkörperchen zu einer erhöhten Blutviskosität und damit zu einem höheren
Diagnostisch werden erhöhter Hb/Hämatokrit, erhöhter RBC-Mass und unterscheidende EPO-Spiegel verwendet (niedrig bei PV, hoch bei sekundärer
Behandlung erfolgt je nach Ursache. Bei PV stehen Phlebotomien zur Reduktion des Hämatokrit (<45%), niedrig dosiertes