Aufbau und Funktionsprinzip: Eine Sicherheitsverriegelung besteht aus einem Verriegelungsmechanismus (Schloss, Riegel oder Magnetschloss), einem Sensorelement (Türsensor) und einer sicherheitsgerichteten Steuereinheit. Bei geschlossener Tür wird der Riegel in Position gehalten; beim Öffnen wird der Sicherheitskontakt ausgelöst, der die Maschine stoppt oder blockiert und eine erneute Inbetriebnahme verhindert, bis der Gefahrbereich freigegeben ist. Moderne Systeme arbeiten in zwei oder mehr unabhängigen Kanälen, um den Ausfall eines einzelnen Bauteils zu kompensieren.
Typen: Mechanische Verriegelungen arbeiten mit physischen Riegeln oder Schlössern. Elektromechanische Verriegelungen nutzen elektrischen Antrieb (Solenoid) und Kontakte. Magnetische oder kontaktlose Verriegelungen verwenden Sensoren wie Reed-Kontakte oder Halbleiter-Schalter. Es gibt auch Schubladen-/Schloss- oder Schlüsselverriegelungen mit redundanter Alarm- oder Freigabe, je nach Sicherheitsniveau. Zwei- bzw. mehrkanalige Systeme ermöglichen redundante Sicherheitslogik.
Anwendung und Normen: Sicherheitsverriegelungen finden sich in vielen Branchen, z. B. in der Automatisierung, Robotik, Verpackungstechnik. Bei der Auswahl spielen Risikoanalyse, Gefährdungspotenzial, Öffnungsrichtung, Sterilität/Schutzklasse und Umgebungsbedingungen eine Rolle. Relevante Normen sind ISO 14119 (Interlocking devices associated with guards) sowie begleitende europäische Richtlinien wie die Maschinenrichtlinie und elektrische Normen wie EN 60947-5-2.
Wartung und Betrieb: Regelmäßige Prüfung der Verriegelung, der Kontakte und der Sicherheitsschaltung ist erforderlich. Bei Ausfällen darf das System nicht neu gestartet werden, bis Fehler behoben sind. Hersteller empfehlen Inbetriebnahme-, Funktions- und Belastungstests nach Spezifikation. Sicherheitsverriegelungen erhöhen die Zuverlässigkeit von Gefahrenabschaltungen, vermindern das Risiko von Quetsch- oder Entstehungsgefahren.