Zu den häufigsten Typen gehören silikonbasierte Dichtstoffe, Polyurethan-Dichtstoffe, Acrylat-Dichtstoffe, Polysulfid- und Epoxid-Dichtstoffe. Silikone bestechen durch hohe Witterungs- und UV-Beständigkeit und kommen oft als RTV-Silikon vor. PU-Dichtstoffe haften gut an vielen Untergründen und kombinieren Festigkeit mit guter Elastizität. Acrylate sind leicht zu verarbeiten, oft innenraumbeständig und gut streichbar. Polysulfide eignen sich für chemisch belastete Umgebungen; Epoxide bieten hohe Festigkeit, aber geringere Elastizität. Viele Dichtstoffe gibt es als ein- oder zweikomponentige Systeme; RTV-Silikone härten durch Luftfeuchtigkeit, während zweikomponentige Epoxysysteme Mischungen benötigen.
Wesentliche Eigenschaften sind Haftung auf Glas, Metall, Beton, Holz; Dehnungsfähigkeit, Härte (Shore A), Temperaturbereich sowie Beständigkeit gegen Wasser, Chemikalien, UV-Strahlung und Temperaturextreme. Hersteller geben oft spezifizierte Bewegungsbereiche und Verarbeitungstemperaturen an.
Die Verarbeitung umfasst Oberflächenvorbereitung (reine, trockene Flächen), ggf. Primer, die Hinterfüllung mit Backer-Rod, Auftrag der Dichtmasse und Glätten mit geeignetem Werkzeug. Die Aushärtung variiert stark nach Produkttyp, Dicke und Umgebungstemperatur; Zweikomponentensysteme müssen gemischt werden.
Anwendungsbeispiele reichen von Fugen rund um Fenster, Türen, Fassaden, Sanitärbereiche bis hin zu Boden- und Wandfugen. Bei der Auswahl sind Untergrund, Beanspruchung, Bewegungen der Bauteile und Alterungsbeständigkeit zu berücksichtigen. Dichtstoffe sind in der Regel kein Klebstoff für Tragwerk.
Sicherheit und Entsorgung: Dichtstoffe enthalten oft Weichmacher oder Lösungsmittel; Verarbeitung nur mit guter Belüftung, Schutzhandschuhen und Schutzbrille. Reste gemäß lokalen Vorschriften entsorgen. Viele Dichtstoffe entsprechen europäischen Normen und können CE-zertifiziert sein, beispielsweise Kategorien nach EN 15651 für Bau- und Fassadenabdichtungen.