Die unaufmerksame Form zeigt sich durch Ablenkbarkeit, Vergesslichkeit, Schwierigkeiten bei der Organisation und der Fertigstellung von Aufgaben sowie eine Neigung zu Tagträumereien. Betroffene haben oft Mühe, sich auf Details zu konzentrieren oder Anweisungen genau zu befolgen. Die hyperaktiv-impulsive Form äußert sich durch übermäßige Unruhe, übermäßiges Reden, Schwierigkeiten, ruhig zu sitzen oder zu warten, sowie impulsive Entscheidungen und Handlungen. Die kombinierte Form vereint Merkmale beider Typen.
Die Ursachen von Aufmerksamkeitsstörungen sind vielfältig und oft nicht eindeutig geklärt. Genetische Veranlagung, neurologische Faktoren wie eine gestörte Dopaminregulation im Gehirn sowie Umweltfaktoren wie frühkindliche Traumata oder ungünstige soziale Bedingungen können eine Rolle spielen. Auch bestimmte neurologische Erkrankungen oder Stoffwechselstörungen können ähnliche Symptome hervorrufen.
Die Diagnose erfolgt durch eine umfassende Anamnese, Beobachtung des Verhaltens in verschiedenen Situationen und oft durch standardisierte Fragebögen, die von Eltern, Lehrern oder Betroffenen ausgefüllt werden. Eine körperliche Untersuchung und ggf. psychologische Tests sind ebenfalls Teil des Diagnoseprozesses. Wichtig ist, andere mögliche Ursachen wie Schlafstörungen, Schilddrüsenprobleme oder Lernschwierigkeiten auszuschließen.
Die Behandlung von Aufmerksamkeitsstörungen ist individuell und hängt von der Art und Schwere der Symptome ab. Bei ADHS kommen oft Verhaltenstherapien, Schulungen für Betroffene und Angehörige sowie medikamentöse Therapien mit Stimulanzien oder Nicht-Stimulanzien zum Einsatz. Unterstützende Maßnahmen wie strukturierte Tagesabläufe, klare Anweisungen und eine ruhige Umgebung können ebenfalls helfen. Frühzeitige Interventionen und eine ganzheitliche Betreuung verbessern die Lebensqualität und fördern die Entwicklung von Bewältigungsstrategien.