Wachzustand
Wachzustand bezeichnet den Zustand des bewussten, aufmerksamen Seins, in dem sensorische Informationen verarbeitet, Handlungen geplant und Reaktionen koordiniert werden. Er steht im Gegensatz zum Schlaf und umfasst kognitive Funktionen wie Aufmerksamkeit, Gedächtniskodierung und exekutive Prozesse. Der Wachzustand wird durch das aufsteigende retikuläre Aktivierungssystem (ARAS) des Hirnstamms initiiert und über den Thalamus und Cortex moduliert. Wesentliche neuronale Systeme sind cholinerge Projektionen aus dem basalen Vorderhirn, monoaminerge Bahnen aus dem Locus coeruleus (Norepinephrin), den Raphe-Kernen (Serotonin) und dopaminerge Pfade aus dem ventralen tegmentalen Bereich sowie histaminhaltige Signale aus dem tuberomammillären Kern. Das Orexin-/Hypocretin-System im lateralen Hypothalamus stabilisiert die Wachheit und unterstützt die Durchsetzung von Wach- gegenüber Schlafphasen. Circadianer Rhythmus (Nucleus suprachiasmaticus) und homeostatischer Schlafdruck (zunehmende Adenosinakkumulation) regulieren die Bereitschaft zu wacher Aktivität. Koffein wirkt durch antagonistische Blockade von Adenosinrezeptoren und erhöht so die Wachheit.
Zur Messung des Wachzustands dienen elektroenzephalographische Aufzeichnungen (EEG) sowie Verhaltens- und Reaktionstests; im EEG fehlen typischerweise
Störungen des Wachzustands umfassen Schlafkrankheiten wie Narkolepsie, zyklische Hypersomnie, Schlafapnoe-bedingte Tagesmüdigkeit und andere Vigilanzstörungen; akuter Schlafentzug