Modellrisici
Modellrisiken bezeichnet das Risiko, dass Modelle, die zur Unterstützung von Entscheidungen verwendet werden, ungenau, unvollständig oder unangemessen sind. Dadurch können Bewertungen, Entscheidungen oder Handlungen fehlerhaft sein und wirtschaftliche Kosten verursachen.
- Datenqualität und -verfügbarkeit
- Modellwahl, Annahmen und Struktur (Fehler im Modellansatz)
- Kalibrierung, Aktualisierung und Drift
- Implementierungs- und Softwarefehler
- Über- oder Unteranpassung (Overfitting/Underfitting) und Kalibrierungsunsicherheit
- Governance-, Dokumentations- und Veränderungsmanagement-Defizite
- Strukturelles Risiko (Fehler im Modellaufbau)
- Parametrisches Risiko (Unsicherheit bei Parametern)
- Datenrisiko (Fehlerhafte oder unvollständige Daten)
- Implementierungsrisiko (Fehler in der Umsetzung)
- Nutzungsrisiko (Fehlgebrauch oder Missverständnisse der Modelle)
- Finanzmodelle: Preisbildung von Derivaten, Kreditrisikomodelle, Value-at-Risk
- Bewertungs- und Impairment-Modelle (z. B. IFRS 9)
- Reservierungs- und Aktuariatsmodelle in der Versicherung
- Fehlbewertungen von Preisen, Risiken oder Reserven
- Unterschätzung oder Überschätzung von Kapital- oder Liquiditätsbedarf
- Betriebs- oder Reputationsschäden
- Suboptimale strategische oder regulatorische Entscheidungen
- Modell-Governance, unabhängige Validierung, Backtesting und Stresstests
- Dokumentation, Versionierung und Change Management
- Laufendes Monitoring, Freigabeprozesse und Schulungen
- Regulärer Kontext: Aufsichtsbehörden empfehlen oder fordern Modellrisiko-Management, insbesondere in Banken und Versicherungen; Basel-/MRM-Richtlinien geben Orientierung.