Erwerbspotential
Erwerbspotenzial bezeichnet in der Arbeitsmarkt- und Sozialforschung das voraussichtliche, nachhaltige Einkommensniveau, das eine Person oder eine Gruppe am Arbeitsmarkt bei normalen Arbeitsbedingungen aufgrund vorhandener Qualifikationen, Fähigkeiten und Marktbedingungen zu erzielen vermag. Es dient der Unterscheidung vom tatsächlich erzielten Einkommen, da Letzteres durch Arbeitslosigkeit, Teilzeitarbeit, Krankheitszeiten oder familiäre Verpflichtungen darunter liegen kann.
Bestimmungsfaktoren: Humankapital wie Bildung, berufliche Qualifikationen und Weiterbildungen; Arbeits- und Berufserfahrung; Alter; die Nachfrage nach Berufen
Messung: wird oft durch ökonomische Modelle der Löhne geschätzt (z. B. Mincer-Modelle), Mikrosimulationsverfahren oder Lebenszyklus-Einkommensprognosen. Die
Anwendungen: Bewertung von Bildungspolitik, Ausbildungsprogrammen und arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen; Planung von Renten- und Sozialleistungen; Analyse von Ungleichheit
Einschränkungen: Erworbenes Potenzial ist abhängig von unsicheren Zukunftsbedingungen und individuellen Entwicklungen; Messfehler; normative Annahmen; es berücksichtigt
Das Konzept wird in verschiedensten Kontexten genutzt, von nationaler Arbeitsmarktpolitik bis hin zu wirtschaftswissenschaftlicher Forschung, um