Sozialbindung
Sozialbindung bezeichnet in der Soziologie die Verknüpfung eines Individuums mit sozialen Gruppen und Institutionen sowie die damit verbundenen Normen, Erwartungen und Pflichten. Sie umfasst emotionale Bindung, normative Orientierung, Interaktions- und Rollenbeziehungen sowie die Bereitschaft, sich an gemeinsamen normspezifischen Regeln zu orientieren. Typische Bindungspfade entstehen durch Familie, Partnerschaft, Freundeskreise, Erwerbs- und Bildungseinrichtungen, religiöse Gemeinschaften, Vereine, Nachbarschaften und politische Partizipation.
Theoretisch steht die Sozialbindung im Spannungsfeld zwischen sozialer Integration und sozialer Kontrolle. In Durkheims Tradition gehört
Anwendungsfelder reichen von Familien- und Sozialpolitik über Jugend- und Umweltsozialisation bis hin zur Erforschung sozialer Netzwerke
Kritisch wird argumentiert, dass zu starke oder starre Bindungen Konformität fördern und Veränderungen hemmen können. Modernisierung,