Identitätspraktiken
Identitätspraktiken bezeichnet in den Sozialwissenschaften die aktiven Verfahren, mit denen Individuen und Gruppen ihre Identitäten herstellen, verhandeln und in soziale Interaktionen einbringen. Sie umfassen Selbstausdruck, Sprach- und Körpersignale, die Nutzung von Symbolen sowie Rituale und Zugehörigkeitsrituale, die Identitäten wie Geschlecht, Ethnie, Beruf oder Nationalität sichtbar machen oder rekonstruieren. Identitätspraktiken sind kontextabhängig und variieren je nach sozialem Feld, Situation und Medium, z. B. im persönlichen Gespräch, am Arbeitsplatz oder in digitalen Räumen.
Aus theoretischer Sicht knüpfen Identitätspraktiken an Ansätze wie Symbolischer Interaktionismus, Performativität und Habitus an. Von Erving
Typische Dimensionen sind Körpersignale (Körperhaltung, Kleidung), sprachliche Praktiken (Dialekt, Codeswitching), benannte Zugehörigkeiten, digitale Selbstdarstellung (Profile, Avatare)
Methoden der Studie umfassen ethnografische Feldforschung, Diskursanalyse, Inhaltsanalyse und Interviews. Kritisch diskutiert werden Fragen nach Subjektivität,
Verbindungen: Identitätspraktiken sind eng verbunden mit Identitätspolitik, sozialer Identitätstheorie und Performativität.