Die wichtigsten Faktoren, die das Haltbarkeitsverhalten bestimmen, sind Temperatur, Feuchtigkeit, Licht, Sauerstoff und mikrobieller Befall. Bei vielen Produkten ist die Kombination dieser Bedingungen entscheidend: zum Beispiel kann ein Lebensmittel bei 4 °C im Kühlschrank 14 Tage haltbar sein, während bei 25 °C die Degradation bereits nach 48 h einsetzt. Auch die physikalische Packungsform, das Materialsammelsystem und die enthaltenen Konservierungsstoffe spielen eine Rolle bei der Regelung von Oxidations- und Abbauprozessen.
Zur Messung des Haltbarkeitsverhaltens werden typischerweise Lagertests, Probenahmeprotokolle und statistische Log-Modelle eingesetzt. Schnelltests wie die Wärmecomponente, die Auswertung von Leitfähigkeitsdaten oder das Monitoring von PH-Werten liefern Hinweise auf den Fortschritt des Abbaus. Für pharmazeutische Produkte wird häufig die USP- oder EP-Logik verwendet, um die therapeutische Wirksamkeit über die Zeit zu verifizieren.
Das Verständnis des Haltbarkeitsverhaltens ist entscheidend für die Logistik, weil es die Planung von Lagerhaltung, Transport und Vertrieb ermöglicht. Hersteller nutzen die Daten, um optimale Verpackungen zu entwerfen, die Haltbarkeit zu verlängern und gleichzeitig Kosten zu minimieren. Im Lebensmittelbereich präzise Haltbarkeitsdaten sind Pflicht, um Verbraucher vor Gesundheitsrisiken zu schützen und die Wegfallmenge von Rests zu reduzieren.
Aktuelle Forschung konzentriert sich auf die Entwicklung von nicht invasiven Messmethoden, auf computergestützte Vorhersagemodelle und auf nachhaltige Verpackungslösungen, die die Lebensmittelverschwendung reduzieren. Gleichzeitig werden globale Regulierungsstandards wie die ISO 22000 und die EU Lebensmittelhygieneverordnung immer streng, sodass die Definition und Messung von Haltbarkeitsverhalten kontinuierlich aktualisiert wird.