Gendergeschichte
Gendergeschichte ist ein Fachgebiet der historischen Forschung, das die sozialen Geschlechterverhältnisse in Vergangenheit analysiert. Im Zentrum steht die Frage, wie Geschlecht – verstanden als Kategorie von Identität, Machtverteilung und sozialen Erwartungen – historische Prozesse formt und wie umgekehrt historische Strukturen das Verständnis von Geschlecht beeinflussen. Dabei wird betont, dass Geschlecht nicht rein biologisch festgelegt ist, sondern kulturell konstruiert, verhandelt und veränderbar ist. Die Gendergeschichte geht über eine bloße Ergänzung der Frauen- oder Familiengeschichte hinaus und umfasst auch Männlichkeits- und Queer-Geschichten sowie intersektionale Perspektiven (Rasse, Klasse, Migration, Sexualität).
Historisch arbeiten Forscherinnen und Forscher mit Methoden der Sozial-, Kultur- und Alltagsgeschichte, der Rechts- und Wirtschaftsgeschichte
Zentrale Themen sind Arbeit und Familie, Bildung, Sexualität, Recht und Politik, Religion, Migration, Gesundheit und Medien.
Wichtige Debatten betreffen das Verhältnis von Geschlecht biologischer Verfasstheit zu sozialen Konstruktionen, Intersektionalität, die Einbindung non-binärer
Sie liefert Erkenntnisse zur Entwicklung demokratischer Gesellschaften, zur Reproduktion von Machtverhältnissen und zur Vielfalt menschlicher Lebensformen