Zahlengefühls
Zahlengefühl bezeichnet die Fähigkeit, Zahlen und ihre Größenverhältnisse schnell und zuverlässig einzuschätzen, zu vergleichen und grob zu schätzen, oft ohne formale Rechenoperationen. Es umfasst das intuitive Verständnis von Größenordnungen, Platzwerten und Proportionen sowie die Fähigkeit, Mengen abzuschätzen, Summen zu runden oder Muster in Zahlen zu erkennen. In der Mathematikdidaktik wird Zahlengefühl oft als zentrale Komponente mathematischer Kompetenz verstanden, die das deliberative Rechnen mit mentalen Repräsentationen unterstützt.
Kognitive Grundlagen sind unter anderem das Approximate Number System (ANS), das frühere grobe Größenunterschiede ermöglicht, sowie
Entwicklung: Bereits im Vorschulalter entwickeln Kinder grobe Größenvorstellungen, die sich in der Grundschule feiner ausprägen. Ein
Diagnostik: Messungen verwenden typischerweise Aufgaben zur Größenabschätzung, Zahllinien-Estimation, Schätzaufgaben oder Rechenflüssigkeitsaufgaben, um das Ausmaß des Zahlengefühls
Anwendung: Im Alltag unterstützt Zahlengefühl Entscheidungen beim Einkaufen, Budgetplanung, Messaufgaben und beim Verständnis von statistischen Informationen.
Verwandte Begriffe: Zahlensinn, numerische Intuition, Schätzfähigkeit, mentales Rechnen.