Nachfunktionalisierung
Nachfunktionalisierung bezeichnet in der Chemie die gezielte Modifikation eines bereits synthetisierten Moleküls, Polymers oder Materials, um neue funktionelle Gruppen einzuführen oder vorhandene zu verändern. Im Gegensatz zur Vorfunktionalisierung erfolgt die Funktionalisierung erst nach der ursprünglichen Synthese. Die Nachfunktionalisierung findet in Bereichen wie der Polymerchemie, Oberflächenchemie, der Katalyse oder der Erzeugung von funktionalisierten Nanomaterialien Anwendung. Sie ermöglicht, aus einem gemeinsamen Grundgerüst eine Vielzahl von Varianten herzustellen, ohne die Grundsynthese neu beginnen zu müssen. Typische Ziele sind die Anpassung von Löslichkeit, Oberflächenenergie, Biokompatibilität oder die Einführung Reaktivitätszentren für weitere Bindungsschritte.
Typische Reaktionsklassen umfassen Amide- oder Esterbildungen, Nukleophile Substitution auf aktivierte Reste, Cu-Catalyzed Azide-Alkyne Cycloadditions (CuAAC) und
Herausforderungen der Nachfunktionalisierung umfassen unvollständige Umsetzungen, Heterogenität der Funktionalisierung, mögliche Degradation sensibler Bausteine sowie Schwierigkeiten bei