Leseentwicklung
Leseentwicklung bezeichnet die Entwicklung der Fähigkeit zu lesen – vom ersten Kontakt mit Buchstaben bis zum flüssigen Leseverstehen. Sie ist ein komplexer, dynamischer Prozess, der kognitive Fähigkeiten, Sprachkompetenz, Vorwissen und Lesemotivation miteinander verbindet. Fachlich wird die Entwicklung häufig in Phasen beschrieben: eine emergente oder vorschulische Leseentwicklung, in der Buchstabenkenntnis und phonologische Bewusstheit aufgebaut werden; eine frühe Lesephase, in der Dekodierfähigkeiten und Graphem-Phonem-Verknüpfungen gelernt werden; sowie das flüssige Lesen und das Leseverstehen, das Wortschatz, Grammatik und Textverständnis umfasst.
Ein zentrales Modell ist das Simple View of Reading: Leseverständnis ergibt sich aus Dekodierfähigkeit und Sprachverstehen,
Zur Förderung gehören phonics-basierte Ansätze, gezielte Wortschatzarbeit, Lesestrategien, geführtes Vorlesen und motivierende Leseangebote in sinnhaften Kontexten.
Frühzeitige Interventionen und kontinuierliche Förderung verbessern den Leseerfolg, insbesondere für Risikokinder. Die Leseentwicklung hat zentrale Bedeutung