Zu den gängigen Typen gehören Reiseberichte, Reiseführertexte, literarische Reisebeschreibungen und Reisejournalismus. Reiseberichte dokumentieren Beobachtungen chronologisch oder thematisch. Reiseführertexte liefern Orientierungshilfen, praktische Informationen und Wegbeschreibungen. Literarische Reisebeschreibungen setzen stärker auf Sinneseindrücke, Stil und kulturelle Kontextvermittlung. Reiseblogs und digitale Formate verbinden persönliche Perspektiven mit aktueller Information.
Typische Merkmale sind eine subjektive Perspektive, detaillierte Orts- und Landschaftsbeschreibungen, Hinweise zur An- und Abreise sowie kulturelle oder historische Kontextualisierung. Stilistisch wechseln Reisebeschreibungen zwischen neutraler Information und persönlicher Reflexion; oft werden Zeitformen wie Gegenwart oder Präteritum verwendet, je nach Texttyp. Der Aufbau variiert, enthält jedoch meist eine Einleitung, eine Abschnittsweise Schilderung der Reiseetappen, abschließende Eindrücke und gegebenenfalls Empfehlungen.
Historisch haben Reisebeschreibungen eine lange Tradition von Reiseberichten in Literatur und Wissenschaft. Frühe Reiseaufzeichnungen dokumentierten Entdeckungen und Handelswege; im 18. und 19. Jahrhundert entwickelten sich der Travelogue, der Grand Tour-Bildungsträger, und wissenschaftliche Expeditionen lieferten systematische Beschreibungen von Landschaft, Klima, Naturgeschichte und Kultur. Mit dem Aufkommen des Massentourismus und der digitalen Kommunikation veränderten sich Form und Verbreitung von Reisebeschreibungen grundlegend.
Gegenwärtig spielen Reisebeschreibungen eine zentrale Rolle in Tourismus, Bildung und kultureller Vermittlung. Sie dienen der Orientierung, der Inspiration und der Kontextualisierung von Orten. Gleichzeitig gilt es, kritisch mit Quellen, Perspektiven und Repräsentationen umzugehen, da Autorenschaft, Zielgruppe und Format Einfluss auf Darstellung und Zuverlässigkeit nehmen.