Potentiodynamik
Potentiodynamik, auch potentiodynamische Polarisation genannt, ist eine elektrochemische Messmethode zur Charakterisierung der Reaktionskinetik und des Korrosionsverhaltens von Metallen und Legierungen. Dabei wird das Potenzial der Arbeitselektrode zeitabhängig verändert (gescannt), während der resultierende Strom gemessen wird. Typischerweise kommt ein Drei-Elektroden-System zum Einsatz: Arbeits- bzw. Probenelektrode, Referenzelektrode und Gegenelektrode, in einer Elektrolytlösung. Das Potenzial wird mit konstanten Scanraten, meist im Bereich von etwa 0,1 bis 1 mV/s, gescannt. Die resultierende Polarisationskurve I gegen E liefert Informationen über aktives und passiviertes Verhalten, Passivierung, Transpassivation und Hinweise auf lokale Korrosion.
Wichtige Größen aus der Kurve sind Ecorr (Korrosionspotential) und iCorr (Korrosionsstromdichte), Epit (Pitting- oder Durchbruchspotenzial) sowie
Anwendungen der Potentiodynamik umfassen die Bewertung der Korrosionsbeständigkeit von Metallen, Legierungen und Beschichtungen, das Screening von