Morbiditätsrisiko
Morbiditätsrisiko bezeichnet in der Epidemiologie die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person oder eine Population innerhalb eines bestimmten Zeitraums eine festgelegte Erkrankung oder eine definierte Morbidität entwickelt. Es dient der quantitativen Beschreibung von Krankheitslast und wird häufig unterschieden zwischen kumulativem Morbiditätsrisiko (das Risiko über einen definierten Zeitraum) und dem Ereignismaß wie der Inzidenzrate. In Studien werden häufig relative Risiken, Risikodifferenz oder Odds Ratios verwendet, um das Risiko zwischen Gruppen zu vergleichen, während die absolute Morbidität die tatsächliche Häufigkeit angibt. Die Messung erfolgt typischerweise über kohortenbasierte Studien, wobei Methoden wie der Kaplan-Meier-Schätzer oder Cox-Modelle eingesetzt werden, und in Situationen mit konkurrierenden Ereignissen oft das Competing-Risks-Verfahren.
Zu den Einflussfaktoren gehören Alter, Geschlecht, genetische Prädisposition, Lebensstil (Rauchen, Ernährung, Bewegung), Umweltbedingungen, sozioökonomische Lage und
Anwendungsbereiche sind Präventionsplanung, Gesundheitsökonomie, Risikostreuung im Screening sowie individuelle Beratung. Grenzen liegen in Messunsicherheit, Messfehlern, selektiver