Ionenionszustand
Ionenionszustand ist ein konzeptioneller Begriff, der ein Regime beschreibt, in dem die Eigenschaften eines Systems überwiegend durch die Coulomb-Wechselwirkungen zwischen Ionen bestimmt werden. Er kann auf verschiedene Aggregatzustände angewendet werden, in denen Ionen die primären Ladungsträger sind, und in dem neutrale Spezies oder Elektronenumgebung eine untergeordnete Rolle spielen. In Festkörpern entspricht dies dem Ionenkristall, in dem starke Ion-Ion-Kräfte die Gitterstruktur und die Schwingungsdynamik diktieren. In Flüssigkeiten wie geschmolzenen Salzen oder Ionischen Flüssigkeiten herrschen ebenfalls intensive Ion-Ion-Wechselwirkungen, die zu ausgeprägter Kurzbereichsordnung und hohen Viskositäten führen. In Plasmen kann der Ion-Ion-Zustand auftreten, wenn die Kopplung zwischen Ionen groß genug ist, damit Korrelationen zwischen Ionen die Dynamik maßgeblich beeinflussen.
Theoretisch lässt sich der Ion-Ion-Kopplungsgrad über den Coulomb-Kopplungsparameter Γ_i = Z^2 e^2 /(a_i k_B T) charakterisieren, wobei
Merkmale sind strukturierte Radialverteilungsfunktionen, Bragg-Peaks in Festkörpern bzw. deutliche erste Nachbarschaft-Maxima in Flüssigkeiten, sowie Transportverhalten wie
Anwendungen finden sich in der Materialwissenschaft (Festkörperleitstoffe, Batterien), der Modellierung dichter Plasmen und der Untersuchung planetarer