ElektronenpaarAffinität
ElektronenpaarAffinität bezeichnet die Bindungsenergie, die bei der Bildung eines kovalenten Bindungspaares zwischen zwei Atomen entsteht. Im Gegensatz zur Elektronenaffinität, die die Energie beschreibt, die bei der Aufnahme eines einzelnen Elektrons aus dem Vakuum freigesetzt werden kann, bezieht sich die ElektronenpaarAffinität auf die freigesetzte Energie, wenn sich zwei freie Elektronen in einem orbitalen Kofinanzieren und ein Molekül bildet. Die Größe der ElektronenpaarAffinität wird oft in Kilojoule pro Mol (kJ/mol) angegeben und ist ein Maß für die Stabilität des gebildeten Moleküls. Sie ist ein Werkzeuge zur Vorhersage der Reaktionsendothermie bestimmter Bindungsschritte, etwa in der organischen Synthese, wo die Bildung von Kohlenstoff–Kohlenstoff- und Kohlenstoff–Halogenbindungen analysiert wird. Typische Werte liegen im Bereich von 100 bis 400 kJ/mol, wobei stark polare Bindungen höhere Affinitäten aufweisen. Die ElektronenpaarAffinität hängt von den Elektronegativitätsunterschieden der beiden Atome, der Orbitalüberlappung und der vorhandenen Elektronendichte ab. In der theoretischen Chemie wird sie mithilfe von Ab-Initio- und DFT-Methoden berechnet, wobei die Energie des Moleküls sowie die energienormierten Atomradikale berücksichtigt werden. Diese Größen geben Einblicke in die Bindungsstärke und ermöglichen die Vergleichbarkeit von unterschiedlichen kovalenten Bindungen.