Ungesättigtheit
Ungesättigtheit bezeichnet in der organischen Chemie die Eigenschaft eines Moleküls, weniger Wasserstoff zu tragen als das entsprechende gesättigte Strukturisomer. Sie entsteht durch Mehrfachbindungen (Doppel- oder Dreifachbindungen) oder durch Ringe im Molekül. Die Ungesättigtkeit lässt sich durch die DBE (double bond equivalents) bzw. den Indikator der Ungesättigung (IHD) quantifizieren, mit der allgemein gültigen Formel IHD = (2C + 2 + N − H − X)/2, wobei C die Anzahl der Kohlenstoffatome, N der Stickstoffgehalt, H die Wasserstoffzahl und X die Halogenatome ist. Sauerstoff zählt nicht direkt. Das Ergebnis gibt an, wie viele π-Bindungen und/oder Ringe im Molekül vorhanden sind (z. B. eine Doppelbindung oder ein Ring entspricht je 1 DBE; eine Dreifachbindung entspricht 2 DBEs).
Beispiele: Für Ethylen C2H4 ergibt sich DBE = 1; für Ethin C2H2 DBE = 2; für Benzol C6H6
Anwendungen: Die Ungesättigtheit hilft bei der Strukturaufklärung aus der bekannten Summenformel, in der Massenspektrometrie und bei