Kettenbeweglichkeit
Kettenbeweglichkeit bezeichnet die Fähigkeit der Polymerketten oder ihrer Segmente, sich unter Einfluss von Temperatur, Spannungen oder freiem Raum zu bewegen. Sie beschreibt die segmentale Beweglichkeit, also wie leicht Teile der Molekülketten gegeneinander verschieben können. Die Kettenbeweglichkeit ist ein zentraler Bestimmungsfaktor für das viskoelastische Verhalten von Polymeren und beeinflusst Eigenschaften wie das Fließverhalten, die Verformbarkeit und die Glasübergangstemperatur Tg.
Wesentliche Einflussfaktoren sind Temperatur, Molgewicht, Kettenlänge, Struktur (linear, verzweigt, starr), Kristallisation, Vernetzung, Weichmacher, Lösungsmittel und Blähung.
Die Kettenbeweglichkeit wird durch verschiedene Mess- und Analysemethoden untersucht. Dynamische Mechanische Analyse (DMA) und rheologische Messungen
Theoretisch werden Modelle wie das Rouse-Modell für ungesättigte, frei bewegliche Ketten und das Reptationsmodell für vernetzte