Hessregel
Die Hessregel, auch Hess’sches Gesetz genannt, ist ein Grundsatz der Thermochemie. Sie besagt, dass die Enthalpieänderung einer chemischen Reaktion unabhängig vom Weg ist, den die Reaktion nimmt. Da Enthalpie eine Zustandsgröße ist, hängt ΔH ausschließlich vom Anfangs- und Endzustand ab. Folglich lässt sich eine Reaktion in Teilreaktionen zerlegen, und die Summe der Enthalpien der Teilreaktionen ergibt die Enthalpie der Gesamtreaktion.
Beispielhaft gilt: Wenn A direkt zu B reagiert oder über Zwischenstufen A → C → B, dann ist
Eine wichtige Anwendung ist die Bestimmung der Standardenthalpien von Reaktionen. Für Standardverbindungen lautet die Beziehung ΔHrxn°
Voraussetzungen und Grenzen: Die Hessregel gilt für Reaktionen bei konstantem Druck, und die Werte beziehen sich
Historischer Hinweis: Die Regel ist nach dem schweizerisch-russischen Chemiker Germain Hess benannt, der sie 1840 formulierte.