Echtzeitklassen
Echtzeitklassen bezeichnet in der Informatik eine Einteilung von Aufgaben in Echtzeitsystemen nach ihren zeitlichen Anforderungen. Die Zuordnung in Klassen dient der Beurteilung der Fähigkeit eines Systems, Termine einzuhalten, und unterstützt die Wahl von Scheduling-Strategien sowie Ressourcen- und Sicherheitsgarantien. In vielen Systemen werden drei bis vier Klassen unterschieden: harte Echtzeit, firm (oder feste) Echtzeit, weiche Echtzeit und manchmal weitere Abstufungen. Hard Echtzeit bedeutet, dass jeder Terminplan eingehalten werden muss; ein verpasstes Deadline gilt als Fehler, der das System oder die Mission gefährdet. Firm Echtzeit erlaubt seltene Deadline-Verfehlungen, deren Auswirkungen je nach Anwendung begrenzt sind, wiederholte Verfehlungen jedoch die Nutzbarkeit beeinträchtigen. Weiche Echtzeit strebt an, Deadlines überwiegend einzuhalten, aber gelegentliche Verzögerungen oder Verfehlungen führen zu einer Degradation der Qualität, ohne das System funktionsunfähig zu machen.
Echtzeitklassen helfen bei der Ressourcenplanung, indem sie Anforderungen wie Worst-Case-Execution-Time (WCET), Perioden, Prioritäten und Fehlertoleranzen berücksichtigen.
Die Einordnung in Echtzeitklassen ist oft Bestandteil der Systemarchitektur, um Sicherheit, Determinismus und Zuverlässigkeit zu gewährleisten.