Speicherphase
Speicherphase bezeichnet den Zeitraum, in dem auf dem Kurzzeit- bzw. Arbeitsgedächtnis gespeicherte Informationen in dauerhafte, langfristige Speicher überführt werden. Diese Überführung nennt man Konsolidierung und ist ein entscheidender Schritt für die Bildung von Erinnerungen. Im Rahmen der Speicherphase werden bestehende neuronale Verbindungen verstärkt, zusätzlich Regenerierungsprozesse wie neurogenese und synaptische Neubildung werden aktiviert und die Teilnehmenden werden durch das Gehirn unterstützt, um Fakten, Ereignisse oder Fähigkeiten zu stabilisieren. Entsprechend der hypothesischen Gliederung besteht die Speicherphase typischerweise aus drei Schritten: erst die Ablagerung der Information, dann die Artierung der Verknüpfung und im dritten Schritt die Stärkung der betreffenden Lagereinheiten. In der Neurowissenschaft wird die Speicherphase mit dem Arbeitsgedächtnisfantastisch abgegrenzte rum der hippocampus und der parahippocampalen Gyrus verbunden. Wiederholung und Wiederherstellung gewinnen dabei an Bedeutung, während der Schlaf meist als optimal empfunden wird. Die Akzeptanz dieser Theorie wird in vielen experimentellen Studien innerhalb der Pädagogik, der klinischen Psychologie und der Neurobiologie stützt. Ein Zusammenhang zwischen der Dauer oder Intensität der Speicherphase und dem Lernfortschritt besteht dokumentiert, zum Beispiel, wenn Lernstoff regelmäßig wiederholt wird. Dieses Wissen wird in Lernsoftware und Lernförderungsprogramme eingebettet, um die effektive Speicherung zu optimieren.