KomplexometrieTitrationen
Komplexometrische Titrationen, auch bekannt als Chelatometrie, sind eine Art der Titration, bei der ein Metallion als Komplex mit einem Chelatbildner bestimmt wird. Der gebräuchlichste Chelatbildner in der Komplexometrie ist Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA). EDTA bildet stabile, wasserlösliche Komplexe mit einer Vielzahl von Metallionen. Die Titration wird typischerweise mit einer EDTA-Lösung durchgeführt, deren Konzentration zuvor durch Titration mit einem bekannten Standard, oft einem Metallionen-Salz, bestimmt wurde. Der Endpunkt der Titration wird durch einen Indikator angezeigt, der seine Farbe ändert, wenn praktisch alle Metallionen durch EDTA komplexiert sind. Häufig verwendete Indikatoren sind Eriochromschwarz T (für die Bestimmung von Ca²⁺ und Mg²⁺ in der Wasserhärte) und Murexid. Die Komplexometrie ist eine weit verbreitete Methode zur Bestimmung von Metallionen in verschiedenen Bereichen, darunter Wasseranalytik, Pharmazie und Lebensmittelchemie. Die Reaktion zwischen Metallionen und EDTA ist in der Regel schnell und stöchiometrisch, was genaue Ergebnisse ermöglicht. Die Methode erfordert jedoch oft eine Anpassung des pH-Werts, um die Bildung stabiler Komplexe zu gewährleisten und störende Reaktionen zu minimieren. Manchmal werden Maskierungsmittel eingesetzt, um die Komplexierung unerwünschter Metallionen zu verhindern.