Ein zentraler Bibliothekskontext ist die **gesellschaftliche Rolle** von Bibliotheken, die sich historisch und regional stark unterscheiden kann. In vielen Ländern gelten sie als öffentliche Einrichtungen zur Förderung von Bildung, Wissenschaft und kultureller Teilhabe. Gleichzeitig unterliegen sie zunehmend dem Einfluss digitaler Medien, die neue Anforderungen an die Medienauswahl, die Zugänglichkeit von Informationen und die Weiterbildung der Nutzer stellen. Der Übergang von physischen zu digitalen Beständen erfordert Anpassungen in der Organisation, etwa durch die Implementierung von E-Books, Datenbanken oder virtuellen Lernumgebungen.
Ein weiterer wichtiger Kontext ist die **rechtliche und finanzielle Rahmenbedingung**. Öffentliche Bibliotheken werden oft durch kommunale oder staatliche Budgets finanziert, während wissenschaftliche Bibliotheken an Hochschulen oder Forschungseinrichtungen spezifische Förderprogramme oder Lizenzmodelle nutzen. Die Verfügbarkeit von Mitteln beeinflusst maßgeblich die Art der angebotenen Dienstleistungen, etwa die Größe der Bestände, die Öffnungszeiten oder die Möglichkeit zur Durchführung von Veranstaltungen.
Die **Zielgruppenorientierung** ist ebenfalls ein prägender Faktor. Während Universitätsbibliotheken primär Studierende, Wissenschaftler und Forscher bedienen, richten sich öffentliche Bibliotheken an ein breites Publikum, darunter Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren. Die Anpassung der Angebote – etwa durch spezielle Kinderprogramme oder barrierefreie Zugänge – hängt eng mit dem jeweiligen Bibliothekskontext zusammen.
Schließlich spielen auch **technologische und infrastrukturelle Gegebenheiten** eine Rolle. Die Digitalisierung hat nicht nur die Art der genutzten Medien verändert, sondern auch neue Herausforderungen wie Datenschutz, Urheberrecht oder die Sicherung digitaler Bestände mit sich gebracht. Bibliotheken müssen sich daher kontinuierlich weiterentwickeln, um den Anforderungen moderner Informationsgesellschaften gerecht zu werden.