Reißfestigkeit
Reißfestigkeit bezeichnet die Widerstandsfähigkeit eines Materials gegen das Zerreißen oder das Fortsetzen eines Risses unter Belastung. Sie gibt an, wie viel Kraft erforderlich ist, um einen vorhandenen Riss oder eine Kerbe weiter auszubreiten. Im praktischen Sinn ist sie damit ein Maß dafür, wie gut ein Bauteil gegen Risswachstum geschützt ist. Reißfestigkeit bezieht sich je nach Werkstoff- und Prüfaufbau stärker auf Rissausbreitung als auf die reine Zugfestigkeit.
Messung/Tests: In Textilien wird Reißfestigkeit üblicherweise mit Elmendorf-Reißtest oder Einzelrissversuchen ermittelt; bei Folien, Kunststoffen und Elastomeren
Faktoren: Die Reißfestigkeit hängt stark von der Materialstruktur ab, einschließlich Defekten, Faseranordnung, Orientierung, Kerbgröße sowie Temperatur,
Anwendungen: Die Kennzahl ist wichtig bei Verpackungsfolien, Geweben, Textilien, Geotextilien, Dichtungen, Schläuchen und Kabelummantelungen, wo das
Begriffsabgrenzung: Reißfestigkeit ist kein vollständiger Ersatz für die Bruchmechanik; für viele Werkstoffe wird zusätzlich die Risszähigkeit