Kalenderlücken
Kalenderlücken bezeichnet in der Regel Zeitlücken in Kalendern oder Datumsfolgen, die aus historischen oder praktischen Gründen entstehen. Historisch beziehen sich Kalenderlücken vor allem auf die Umstellung vom julianischen zum gregorianischen Kalender: Vom julianischen Kalender auf den gregorianischen Kalender wurde in verschiedenen Regionen zu unterschiedlichen Zeiten reformiert. In katholischen Gebieten wurde am 4. Oktober 1582 direkt der 15. Oktober 1582 gefolgt, wodurch zehn Tage übersprungen wurden. Spätere Anpassungen in anderen Ländern führten zu weiteren Sprüngen (etwa im Jahr 1752 in Großbritannien und den Kolonien, wo 11 Tage ausfielen). Langfristig ergeben sich zusätzlich Differenzen durch fehlende Schaltjahre im julianischen Kalender, aber nicht im gregorianischen Kalender, sodass sich die Diskrepanz über Jahrhunderte hinweg vergrößert hat. Kalenderlücken dieser Art betreffen also historische Datumsfolgen und wurden durch Gesetz oder kirchliche Dekrete verordnet, nicht durch natürliche Ereignisse.
In der modernen Statistik und Informatik wird der Begriff auch für fehlende Tage oder Termine in zeitbasierten
Siehe auch: Gregorianischer Kalender, Julianischer Kalender, ISO 8601, Zeitreihenanalyse, Missing data.